Was mache ich mit den Sachen meines verstorbenen Haustieres? - Vergiss Mein Nie

Was mache ich mit den Sachen meines verstorbenen Haustieres?

Nach dem Tod eines geliebten Haustieres bleiben nicht nur Erinnerungen zurück. Plötzlich stehen da noch das Körbchen, der Futternapf, die Leine oder das Lieblingsspielzeug. Und irgendwann stellt sich die Frage: Was soll ich mit den Sachen meines verstorbenen Hundes, meiner Katze oder meines anderen Haustieres machen?

Die kurze Antwort: Du musst nichts sofort wegräumen. Und du musst auch nichts wegwerfen.

Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt und keine richtige Entscheidung. Was sich fĂĽr den einen Menschen gut anfĂĽhlt, kann fĂĽr den anderen viel zu schmerzhaft sein.

Zum Weiterlesen: Wenn das Herz weint: Abschied vom Haustier liebevoll gestalten

 

Soll ich die Sachen meines verstorbenen Haustieres sofort wegräumen?

Manche Menschen räumen das Körbchen, den Napf und die Spielsachen direkt nach dem Tod ihres Tieres weg. Für andere wäre genau das viel zu schwer. Beides ist vollkommen in Ordnung.

Dein Haustier hatte einen festen Platz in deinem Leben. Dass seine Sachen zunächst weiterhin an ihrem Platz stehen, darf deshalb genauso sein. Du musst nicht von heute auf morgen alles verändern, nur weil dein Tier nicht mehr da ist.

Wenn du merkst, dass dich der Anblick einzelner Dinge sehr belastet, kannst du sie nach und nach wegräumen. Vielleicht zunächst nur das Spielzeug oder den Napf. Das Körbchen kann noch stehen bleiben. Mach es in deinem Tempo.

 

Was mache ich mit Körbchen, Halsband, Leine und Spielzeug?

Du kannst die Sachen deines verstorbenen Haustieres aufbewahren, verschenken, spenden oder irgendwann entsorgen. Eine Entscheidung musst du nicht sofort treffen. Gerade persönliche Dinge wie das Halsband, das Lieblingsspielzeug oder die Leine können zu wertvollen Erinnerungsstücken werden. Du könntest beispielsweise eine kleine Erinnerungskiste anlegen und darin die Dinge sammeln, die dich besonders an dein Tier erinnern. Auch Fotos, eine Lieblingsdecke oder andere persönliche Gegenstände können darin ihren Platz finden.

 

Aus den Sachen deines Tieres können Erinnerungsstücke werden

Manchmal muss aus einem Gegenstand gar nichts Neues entstehen. Das Halsband darf einfach das Halsband bleiben. Das Lieblingsspielzeug darf einfach in der Erinnerungskiste liegen. Du kannst aber auch kreativ werden. Wie wäre es mit einem Fotoalbum, in dem du die schönsten Bilder deines Tieres und eure gemeinsamen Geschichten sammelst? Oder du fotografierst die Dinge, die dich an deinen Vierbeiner erinnern, bevor du sie irgendwann weglegst.

In unserer Arbeit mit Tiertrauernden hören wir immer wieder von einem ganz besonderen Moment: Viele trauen sich nach dem Tod ihres Tieres monatelang nicht, die Wohnung zu saugen. Aus Angst, die letzten Tierhaare zu verlieren. Wenn es dir genauso geht, kannst du die Haare auch bewusst sammeln und beispielsweise in einem kleinen Glas aufbewahren. Für andere mag das ungewöhnlich sein. Für dich kann es ein ganz persönliches Erinnerungsstück sein.

 

Du musst dich nicht von allem gleichzeitig verabschieden

Trauer bedeutet nicht, dass du sofort alles loslassen musst. Vielleicht bleibt das Körbchen noch eine Weile stehen. Vielleicht verschwindet der Futternapf irgendwann aus der Küche und die Leine kommt in eine Schublade. Vielleicht entsteht eine Erinnerungskiste, die du immer dann hervorholst, wenn dir danach ist.

Es gibt kein richtig oder falsch.

Wichtig ist nur, dass du auf dich selbst achtest. Wenn ein Gegenstand dir gut tut, darf er bleiben. Wenn sein Anblick zu schmerzhaft ist, darfst du ihn wegräumen. Und wenn du heute noch nicht weißt, was du damit machen möchtest, dann musst du auch heute noch keine Entscheidung treffen.

 

Wenn aus Dingen Erinnerungen werden

Die Sachen deines verstorbenen Haustieres sind mehr als Gegenstände. Sie erzählen von eurem gemeinsamen Alltag und von einem Tier, das einen festen Platz in deinem Leben hatte. Du darfst sie behalten. Du darfst sie weggeben. Du darfst sie erst einmal einfach stehen lassen. Auch das gehört zur Trauer: herauszufinden, was bleiben darf und wann es Zeit für eine Veränderung ist.

Wenn du wissen möchtest, wie du mit der Trauer nach dem Verlust deines Haustieres umgehen kannst, findest du hier unseren ausführlichen Ratgeber zur Tiertrauer.

Und wenn irgendwann der Wunsch nach einem neuen Tier entsteht, kann dir unser Artikel "Neues Haustier nach dem Tod: Wann bin ich bereit für ein neues Tier?" dabei helfen, herauszufinden, was sich für dich richtig anfühlt.

 

Professionelle Hilfe bei Tiertrauer

Natürlich darfst du dir jederzeit, ob ganz kurz nach deinem Verlust oder auch Jahre später Hilfe suchen. In unserer Tiertrauersprechstunde darfst du erzählen, findest Unterstützung von anderen Betroffenen und bekommst hilfreiche Impulse von Trauerbegleiter*innen. 

In unserem Tiertrauerclub bekommst du drei Monate lang Impulse direkt aufs Handy, ein gedrucktes kreatives Workbook zum Reinschreiben und Zugang zu einer Gruppe, in der all die Gedanken und Gefühle Platz haben, die nach dem Tod eines Tieres auftauchen können.

Du entscheidest selbst, ob und wann du anfängst und was du daraus mitnimmst. Es gibt nichts abzuarbeiten und keinen richtigen Zeitpunkt. Der Club soll ein Angebot sein, keine weitere Aufgabe, die du in deiner Trauer erfüllen musst.

Nach drei Monaten endet deine Mitgliedschaft automatisch.

→ Drei Monate im Tiertrauerclub

Und wenn du das Gefühl hast, dass es dir richtig schlecht geht; dass du seit Wochen nicht schläfst, nicht mehr arbeiten kannst oder Gedanken hast, die dir selbst Angst machen: Dann hol dir bitte Unterstützung. Trauerbegleitung kann helfen, aber sie ist keine Therapie. Manchmal braucht es eben mehr als Trauerbegleitung – und auch das ist völlig in Ordnung.

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