25. Mai 2016: „Fritz Roth Medienpreis für Zivilcourage“

„Ich musste da hinauf, um meinen toten Bruder heim zu holen“

Bergsteiger Georg Kronthaler mit dem Fritz Roth Medienpreis für Zivilcourage ausgezeichnet

Bergisch Gladbach, 26.05.2016. Es gibt unter Bergsteigern eine eiserne Regel: Tote, die auf über 8000 m liegen, können nicht geborgen werden. Georg Kronthaler hat diese Regel gebrochen. Er hat seinen in den eisigen Höhen des Broad Peak ums Leben gekommenen Bruder Markus ins Tal geholt und dann heim nach Tirol gebracht. „Ich musste da hinauf und Markus holen. Ich hätte sonst nicht weiter leben können. Ich wollte von ihm Abschied nehmen, ihn noch einmal sehen und berühren“, erzählt Georg Kronthaler bewegt. Auch 10 Jahre nach der Bergung hat er jede Minute in Erinnerung und es fällt ihm auch nach so langer Zeit schwer, darüber zu sprechen. Die 150 Gäste der Preisverleihung im Bestattungshaus Pütz Roth in Bergisch Gladbach hat er mit seiner Schilderung der Ereignisse am Broad Peak in Pakistan tief berührt. Die Liebe zu seinem Bruder war stärker als der Berg und stärker als alle Widrigkeiten, mit denen der erfahrene Bergsteiger damals zu kämpfen hatte.

Für seinen Mut sich der Trauer zu stellen und seinen toten Bruder gegen die Widerstände von Behörden und auch gegen den Rat vieler Experten vom Gipfel des Broad Peak in Pakistan nach Hause zu holen, wurde der Bergsteiger Georg Kronthaler mit dem Fritz Roth Medienpreis für Zivilcourage ausgezeichnet. Mit diesem Ehrenpreis der Fritz Roth Stiftung* werden Menschen geehrt, die sich in den Medien wahrhaftig und mutig für einen bewussteren Umgang mit Trauer und Tod eingesetzt haben.

Über ein Jahr lag der Österreicher Markus Kronthaler tot auf dem Gipfel des Broad Peak in Pakistan, dann holte sein Bruder Georg den Leichnam ins Tal. Eine lebensgefährliche Bergungsaktion. ProSieben begleitete die Expedition und zeigte unter dem Titel „Galileo Spezial: Grab in eisigen Höhen – Bergung aus der Todeszone“ den Film in seinem Programm.

Das letzte Foto zeigt Markus Kronthaler die Arme euphorisch nach oben gereckt. Er steht auf dem Gipfel des 8047 Meter hohen „Broad Peak“. Kurz darauf bricht er zusammen und stirbt – an Erschöpfung und Flüssigkeitsmangel, nur wenige Meter vom Gipfel entfernt. Sein Begleiter musste die Leiche zurücklassen.

Etwa ein Jahr später: „Auf diesen Augenblick habe ich ein Jahr lang gewartet. Endlich konnte ich Abschied nehmen. Es war sehr schwer, aber irgendwie war es auch ein – schöner Moment.“ So beschreibt Georg Kronthaler seine Empfindungen, als er die Leiche seines verunglückten Bruders unter dem Gipfel entdeckt. Gemeinsam mit zwei Freunden, sechs erfahrenen pakistanischen Bergsteigern und begleitet vom Wiener Kameramann Hubert Rieger hat der Tiroler seinen verstorbenen Bruder vom Gipfel des Achttausenders geholt.

David Roth, Vorstand der Stiftung und Geschäftsführer des Bestattungshauses Pütz Roth, beschrieb, warum das Kuratorium den Bergsteiger für den Preis auswählte: „Georg Kronthaler wollte Abschied von seinem Bruder nehmen und er wollte ihn an einem Platz wissen, zu dem er hingehen kann. Beide Wünsche – fast würde ich sagen Sehnsüchte – hat er sich erfüllt. Und das verbindet Georg Kronthaler mit der Idee unseres Bestattungshauses, das von meinem Vater Fritz Roth* gegründet und aufgebaut wurde. Das Bestattungshaus Pütz-Roth ist ein besonderes Haus, weil wir hier den Menschen Gelegenheit geben, wirklich Abschied zu nehmen von ihren Toten und zwar Abschied zu nehmen, wie sie es gerne wollen, nicht wie Gesetze oder der Bestatter ihnen es vielleicht anraten oder vorschreiben. Die Menschen kommen hierher zu uns und wir geben ihnen Zeit, wir geben ihnen Raum und wir geben Ihnen Möglichkeiten.“

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(Von rechts nach links: Georg Kronthaler, Madita van Hülsen, David Roth)

Die Laudatio hielt die TV-Moderatorin und Trauerbegleiterin Madita van Hülsen*.

„Für mich klingt die Reise von Georg Kronthaler wie ein Sinnbild: Die Trauer ist immer der Berg, der sich uns und unserem geplanten Lebensweg in den Weg stellt. Es führt einfach kein Weg drumherum. Georg Kronthaler hat es richtig gemacht: Er hat darauf bestanden, seinen verstorbenen Bruder noch einmal zu sehen. Damit war die Expedition schon eine große Reise in die eigene Trauerarbeit mit all ihren Höhen und Tiefen“, sagte die Radio- und TV Moderatorin, Buchautorin und Trauerbegleiterin in ihrer Laudatio.

Seit 2014 arbeitet Madita parallel zu ihrem Leben im Rampenlicht an einem besonderen Projekt: Vergiss Mein Nie – Die erste Agentur für Trauerkommunikation und Erinnerungen. Als ausgebildete Trauerbegleiterin ist es ihr ein persönliches Anliegen diesen Bereich aus der Sprachlosigkeit zu holen und Erinnerungen am Leben zu erhalten. Georg Kronthaler nannte sie in ihrer wunderbar einfühlsamen Rede ein Vorbild: „So eine außerordentliche Geschichte ist interessant für die Gesellschaft und für die Medien. Und das ist auch gut so. Denn sie zeigt wie man dem Tod begegnen kann: Bergauf und mit kräftigem Schritt.“
Ihre kluge und sehr berührende Laudatio beendete Madita van Hülsen mit einem Appell: „Liebe Medien, ihr habt die Möglichkeit das Thema „gesunder Umgang mit dem Tod“ buchstäblich „vom Berg“ zu holen. Bitte tut es, wann immer ihr könnt. Es wird Leben retten.“

Ein weiterer Höhepunkt war der überraschende Auftritt von Purple Schulz, der Popstar war mit Fritz Roth befreundet und wurde von ihm zu einem ganz besonderen Song (Der letzte Koffer) inspiriert.

Madita van Hülsen und Georg Kornthaler stehen beide für Werte, für die auch Fritz Roth sein Leben lang stand und Familie Roth auch in Zukunft stehen wird: den Tod aus der Tabuzone zu holen, darüber zu sprechen und wenn es sein muss, selbst das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen.

In diesem Sinne wurde der Preis an Georg Kronthaler verliehen.

*Die Stiftung setzt sich für den Erhalt und die Förderung von Trauerritualen ein. Eine weitere Aufgabe ist Wissen über Tod und Trauer zu sammeln und für eine breite Öffentlichkeit nutzbar zu machen. Ein enger Gedanken- und Erfahrungsaustausch verbindet die Stiftung mit international führenden Repräsentanten der Trauerforschung. Die wichtigsten Gedanken, Inhalte und Ergebnisse werden in Veranstaltungen, Tagungen und Konferenzen der Öffentlichkeit vorgestellt.

*Fritz Roth war bis zum Jahr 2012 der bundesweit bekannteste Vertreter der Bestattungs-branche. Durch seine öffentlichen Auftritte und seine Bücher und Filme hat er viel dafür getan, dass die Themen Trauer und Tod mehr (aber leider immer noch zu wenig) in den Blick der Öffentlichkeit gerückt wurden. Fritz Roth ist im Jahr 2012 gestorben. Nach seinem Tod wurde durch seine Witwe Inge Roth und seine Nachfolger Hanna Thiele-Roth und David Roth die Fritz Roth Stiftung ins Leben gerufen.

* Madita van Hülsen hat viele Talente und einfach große Lust darauf, in ganz unterschiedlichen Welten zuhause zu sein. Als Moderatorin für verschiedene Fernseh- und Eventformate wird sie deutschlandweit gebucht (Sat.1, Kabel Eins, RTL, VOX, NDR uvm.). Gemeinsam mit Anemone Zeim hat Madita van Hülsen das Buch Vergiss mein nie – Mit Erinnerungen die Trauer gestalten geschrieben.

Vergiss Mein Nie beim NDR

NDR


UNSER BUCH IST DA: „Vergiss Mein Nie – Mit Erinnerungen die Trauer gestalten“ !

Anemone Zeim und Madita van Hülsen waren mit ihrer Agentur „Vergiss Mein Nie“ live bei der Nachmittagssendung „Mein Nachmittag“ vom NDR eingeladen.

Hier stellten die beiden Autorinnen ihr neues Buch mit dem Namen „Vergiss Mein Nie – Mit Erinnerungen die Trauer gestalten“ vor und redeten ganz offen über Themen wie die Trauer, die ganz normal zum Leben gehört.

Buch jetzt online bestellen: „Vergiss Mein Nie – Mit Erinnerungen die Trauer gestalten.“

 

Als Autorinnen ins Jahr 2016

IMG_7093Es ist offiziell – im Februar 2016 erscheint unser Buch „Vergiss mein nie – Mit Erinnerungen die Trauer gestalten“ – vielen Dank an den PATMOS Verlag!

Madita van Hülsen ist Diplom-Kommunikationswirtin und ausgebildete Trauerbegleiterin. Sie arbeitet als freie Moderatorin und Journalistin und hat zusammen mit Anemone Zeim „Vergiss Mein Nie“ gegründet, um einen angstfreien und lebensfördernden Umgamg mit Tod und Trauer zu fördern.

Anemone Zeim ist Diplom-Kommunikationsdesignerin, Texterin und ausgebildete Trauerbegleiterin. Seit der Gründung von Vergiss Mein Nie begleitet und berät sie Trauernde und übersetzt deren Erinnerungen kreativ in eine lebendige Form.

Buch ab Februar 2016 im Handel / ISBN 978-3-8436-0705-6 / 14,99 Euro

Jetzt hier bei Amazon bestellen!

17.10.2015 „Dia de los Muertos“ in der Hamburger Hospizwoche

IMG_5188VIELEN DANK AN ALLE BESUCHER!!! Die Veranstaltung “Dia de los Muertos” im Rahmen der Hamburger Hospizwoche vom „Netzwerk Trauerkultur” (bestehend aus Madita van Hülsen, Anemone Zeim, Ina Hattebier und Melanie Torney / Oben von Links nach Rechts im Bild) in den Räumlichkeiten in der Eimsbütteler Chaussee 71 von “Vergiss Mein Nie” war an diesem Samstag ein voller Erfolg.

Neben einer Ausstellung zum Thema “Tag der Toten” gab es z.B. die Möglichkeiten selber Masken zu gestalten und in Erinnerung an die Verstorbenen Fotos und Namensschilder aufzustellen.

Gegen eine kleine Spende für den „Bundesverband Kinderhospiz e.V.” konnte man selbst entworfene Zuckertotenköpfe mit nach Hause nehmen und während der Gespräche selbst gebackenes Totenbrot naschen. Der Geruch an das frisch gebackene Brot soll den Verstorbenen am „Tag der Toten” den Weg nach Hause zeigen.

Vielen Dank auch an Smudo und Tarik Rose für das Foto! Ich weiß, wie wenig Zeit ihr habt, ihr seid toll – DANKE!!!

Musik mit der Sansula

Hokema_Sansula-Deluxe-1544522c44a011_720x600Die wunderbare Sansula gehört zu der Familie der Kalimbas und hat einen sehr angenehmen beruhigenden Klang und kann von jedem gespielt werden. Ursprünglich kommt das Musikinstrument “Kalimba” aus der traditionellen afrikanischen Musik. Die Sansula wurde dann im Jahr 2001 von dem deutschen Musiker und Instrumentenbauer Peter Hokema entwickelt und kann zusätzlich viel Kraft in der Trauer- und Sterbebegleitung spenden. Das Schöne daran ist, dass sie jeder spielen kann und sich der Klang und ihre Töne einfach immer warm, weich und berührend anhören und anfühlen. Ein tolles Instrument für alle Musikfreunde oder diejenigen, die jetzt neugierig geworden sind.

DER TAG DER TOTEN – eine kreative Begegnung mit dem mexikanischen Totenfest

FullSizeRenderIm Rahmen der Hamburger Hospizwoche veranstaltet das Netzwerk Trauerkultur am Samstag, den 17.10. ab 12 Uhr, den Día de los Muertos Tag der Toten.

In typisch mexikanischer Weise können alle Interessierten an diesem Tag das Fest des Totengedenkens mit verschiedenen kreativen Tätigkeiten, wie z.B. dem Gestalten von Totenkopfmasken, erfahren und ausprobieren. Das „Netzwerk Trauerkultur“ möchte an diesem Tag dazu einladen diese besonders lebendige Form der Erinnerungskultur kennenzulernen.

Interessierte werden auf ganz unterschiedliche Weise mit den Themen Sterben, Tod und Trauer in Hamburg in Berührung gebracht und dazu eingeladen sich den Themen anzunähern oder sich intensiv damit auseinander zu setzen.

Das „Netzwerk Trauerkultur“ hat sich im Mai 2015 gegründet. Es steht für einen offenen Umgang mit den Themen Sterben, Tod und Trauer in der Gesellschaft und möchte dazu beitragen Menschen Zugang zu Informationen zu verschaffen und Betroffene zu unterstützen. Das Netzwerk besteht aus der Künstlerin Ina Hattebier, den beiden kreativen Trauerbegleiterinnen Anemone Zeim und Madita van Hülsen und der Diplom-Designerin Melanie Torney.

Veranstaltung: „Día de los Muertos – Tag der Toten“
Samstag, 17. Oktober 2015, 12.00-18.00 Uhr

Veranstalter: Netzwerk Trauerkultur

Veranstaltungsort:

c/o Vergiss Mein Nie
Eimsbütteler Chaussee 71
20359 Hamburg
Tel: 040 – 33 35 90 40

Die mapapus sind tolle Trostspender

CollageDie mapapus sehen auf den ersten Blick wie ganz normale Kuscheltiere aus. Sie ähneln einem Nilpferd und doch ist jede Mama-Papa-Puppe, ganz unterschiedlich und individuell, aus einem anderen Stoff genäht.

Aus den T-Shirts des Kindes, der Eltern oder der Geschwisterkinder genäht, entsteht ein Puppentier, dass einem Gesellschaft leistet, das beim Einschlafen hilft und mit dem man einfach viel weniger alleine ist. Jeder mapapu wird von Hand genäht, perfekt angepasst und mit einer eigenen Geburtsurkunde verschickt. Es sind nicht einfach nur Kuscheltiere, die kleinen Nilpferde spenden der trauerden Seele in schweren Lebenssituationen Trost und bieten Kindern und Erwachsenen einen psychologischen Halt in schweren Zeiten.

Für die Hinterbliebenen ist ein mapapu eine wirksame Trauerhilfe. Wenn Kinder einen nahestehenden Menschen verlieren, trauern sie auf sehr verschiedene Art – und vor allem anders als Er­wach­se­ne. Ein mapapu ist ein Freund, der zuhört und beweint werden kann und darf!

… und auch Erwachsene geraten manchmal in See(len)-Not. Dem­ent­sprech­end werden mapapus nicht mehr nur aus Mamas und Papas T-Shirts gemacht. Den mapapu gibt es bei­spiels­weise für verwaiste Eltern in Form eines mini-mapapus, gemacht aus den T-Shirts des Kindes. Oder für Erwachsene, die den Tod ihres Partners zu beklagen haben. Ein mapapu ein sehr persönliches Erinnerungsstück an einen geliebten Menschen und eine superschöne Idee von den Erfindern Jen und Hendik! www.mapapu.de